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 Leitsätze
Katholische Tourismusseelsorge im Erzbistum Hamburg
A. Aufgaben und Selbstverständnis
1)
In der Tourismusseelsorge im Erzbistum Hamburg werden viele Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen, weit über den katholischen Binnenraum hinaus, erreicht. Es entspricht unserem Selbstverständnis, den Menschen, die zu uns kommen, einladend und absichtslos zu begegnen. Die offene Kirchentür ist das Merkmal für Urlauber und Kurgäste.
2)
Touristen finden Heimat in der Feier der Gottesdienste, besonders der Eucharistiefeier. Die Übernahme von Gottesdiensten in den Urlaubsorten durch geeignete Urlaubs-Gastpriester ist hierfür wichtig.
In der Tourismusseelsorge erreichen wir ebenso Menschen, die der Kirche fern stehen, die den Bezug zu Gott verloren haben oder Botschaft Jesu
Christi nicht kennen.
Wir erreichen verstärkt die 25 – 45jährigen Frauen und Männer.
3)
Tourismuspastoral findet und schafft neue Formen von Gemeinde. Als „Gemeinde auf Zeit“ wird so heute vorgelebt, wie Kirche in Zukunft auch aussehen wird. In der Tourismusseelsorge werden mit den gemeindlichen Grundaufgaben Personen und Zielgruppen erreicht, die über die Territorialgemeinde nicht erreicht werden.
In der Art und Weise, wie Tourismuspastoral in Öffentlichkeit und
Gesellschaft hineinwirkt, erreicht sie Glaubende, Glauben Suchende und Menschen, die Kirche nicht kennen.
4)
In einer mobilen Gesellschaft hat Kirche mobil zu sein, d.h., sie ist da, wo die Menschen sind und Zeit haben für menschliche und religiöse Fragestellungen und die Möglichkeit von Begegnung besteht.
Kirchliche Seelsorge im Tourismusbereich ist christlich! Dies ist
ökumenisch bedeutsam im Blick auf das gemeinsame Handeln, bis hin
zu konkreten Formen kirchlichen Handelns.
5)
Tourismusseelsorge benötigt qualifizierte hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, um kontinuierliches und zielgerichtetes Arbeiten zu gewährleisten.
Gemeindemitglieder arbeiten sehr oft im Tourismus und stehen in der
touristischen Hauptzeit ehrenamtlich nicht zur Verfügung.
6)
Im Urlaub verhalten sich Menschen spontan und leben mit gering vorgegebenen Zeitstrukturen. Die Begegnung erfordert vom Seelsorger, von der Seelsorgerin hohe Sensibilität für den Anderen und die Fähigkeit, in sehr kurzfristigen Begegnungen, das zu sagen, was zu sagen ist. Damit ist eine offene und faire Kommunikation einer der Grundpfeiler in der Tourismusseelsorge.
7)
Die Tourismusseelsorge gibt vielen Menschen neu die Chance, die Kirche und ihre Botschaft vom Reich Gottes kennen zu lernen und zu erfahren, dass diese Botschaft für die heutige Zeit und für ihr eigenes Leben bedeutsam ist. Intensive Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung mit kommunalen Einrichtungen und Entscheidungsträgern unterstützen den Auftrag: Salz der Erde zu sein.
Die obenstehenden 7 Punkten wurden im Frühjahr 2006 von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Georg Hillenkamp, Pater Johannes Henschel, Helmut Michels und Michael Wrage im Rahmen der Leitlinienentwicklung formuliert und auf der Frühjahrstagung 2006 der Tourismusseelsorger vorgestellt.
Links zum Thema:
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